Was Forschers Oma mit Physik zu tun hat
Der Club gleich neben dem Kotti ist für alles Mögliche bekannt: für Auftritte von Bands und DJs und fürs Public Viewing bei Fußball-Weltmeisterschaften. Auch türkische Hochzeiten wurden in dem Raum über Jahre gefeiert. Dass sich rund 150 Anhänger von Forschungslyrik ans bemühen, ist neu. Sie sind gekommen, um auf der Bühne Ingenieure und Naturwissenschaftler zu erleben, die in Universitäten, Max-Planck- oder Fraunhofer- Instituten arbeiten.
Je zehn Minuten werden sie über Dinge reden, von denen man lange dachte, sie seien in Hörsälen und zwischen Buchdeckeln ganz gut aufgehoben: über „Systemanalyse tiefengeothermischer Energieerzeugung“ oder „Energie aus der Zelle – und was passiert, wenn sie ausbleibt“ zum Beispiel. Am Ende bewertet das Publikum jeden Beitrag.
Wie, gibt ihnen Moderator Roland Cremer zu Beginn des Abends vor: Zufällig zusammen sitzende Gruppen vergeben pro Teilnehmer ein bis sechs Punkte. Einer bedeutet: „Ich habe nichts verstanden und weiß nicht, was dieser Mensch von mir wollte.“ Sechs hingegen: „Wow, bin ich jetzt schlau! Und gut unterhalten wurde ich auch noch.“ Am Ende gewinnt der mit der höchsten Punktzahl – am heutigen Abend ist das nicht nur eine Ehre, sondern ein richtiger Preis: Ein Plastikhirn unter Glas.
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